2007

Am Fuße des Krayenbergs trafen sich Hunderte Nostalgiker zu den ersten Oldtimer-Tagen in Kieselbach.
Die Organisatoren der ersten Oldtimertage in Kieselbach hatten ein glückliches Händchen bei der Auswahl des Termins. Im strahlenden Sonnenschein blitzten die alten Motorräder, Autos und Schlepper, als hätten sie gerade die Fabrik verlassen. Viele der glänzenden Zwei-und Vierräder hatten jedoch schon acht Jahrzehnte auf dem Buckel. 130 liebevoll aufgepeppte Gastfahrzeuge waren zum Auftakt angerollt und erregten das Interesse zahlreicher Zuschauer.

Selbst die Armeefreunde aus Meiningen kamen mit ihrer Flotte historischer Fahrzeuge auf das Truck-Stop-Gelände. Sie präsentierten 14 Militärfahrzeuge, vom Ural bis zum Jeep. Erstaunt waren sie vor allem, dass sie ihre Fahrzeuge so problemlos auf dem weitflächigen Gelände unterbringen konnten. Der befestigte Platz bot tatsächlich ideale Bedingungen. Aufsehen erregten unter vielen anderen Schmuckstücken die beiden NSU Bison des Fuldaer Motorradliebhabers Franz Langer. Natürlich ging es, wie immer bei Oldtimertreffen, viel um Zahlen und technische Details. Während beispielsweise die NSU 700 eine Geschwindigkeit von 160 Kilometer pro Stunde erreicht, ist bei der NSU Bison 2000 die Geschwindigkeit „vom Mut des Fahrers abhängig“. Die von Franz Langer gebaute 2-Liter-Einzylindermaschine ist das hubraumgrößte Motorrad der Welt. Der Vogtländer Mark Schalter erzählte in seinem Lichtbildervortrag von seinen Erlebnissen während einer Reise von Berlin nach Kairo mit dem D-Rad 1998. Mit zwei Schwaben und drei Original-Motorrädern hatte er sich auf den Weg gemacht, um auf den Spuren von Alfred Gäbelmann zu fahren. Dieser war am 12. 11.1927 mit einem D-Rad zu einer Reise von Berlin nach Kairo aufgebrochen, um für das Motorrad der dt. Industrie-Werke Spandau zu werben. Erst am 22. Februar 1928 kehrten er und W. Spohr nach unendlichen Mühen und Strapazen zurück.

Der Vogtländer Schaller hatte mit seiner 1925 in Chemnitz gebauten „Wanderer“ ein Schnäppchen mitgebracht, sein Freund Jens Weißleder eine DKW. Daneben waren die verschiedensten Fahrzeuge- und Schleppermarken zu entdecken. Mc Cormick, Aktivist, Massey Ferguson und Lanz, Ifa, Trabi oder Wartburg hießen nur einige der Nostalgiefahrzeuge. Aus Vitzeroda kam Heinrich Apel mit seiner Brockenhexe, Baujahr 1947, die er passend mit einer Hexe geschmückt hatte. Praktisch fabrikneu glänzend präsentierten sich die ehemals unentbehrlichen landwirtschaftlichen Fahrzeuge. Viele der Traktoren mit Landes- und Bundesfahnen, Blumen und Sprüchen geschmückt. Der aus Unteralba kommende Günther Protzmann mit seinem Drei-Länder-Ziegenbock „Dodo“ und dem von ihm gebauten rikschaähnlichen Gefährt war wieder dabei und kutschierte nicht nur die jüngsten Besucher über den Festplatz. Auch der Traditionsbus der PNG war vorgefahren und diente als Imbiss.Inmitten zahlreicher Motorradsportfreunde erklärte Jörg Leinhos technische Details der Zweirad-Maschinen. Dabei wurde die Bison 2000 auch mal in Gang gesetzt- ein ohrenbetäubendes Lärm-Erlebnis. Die Organisatoren, etwa 30 Motorradliebhaber aus dem gesamten Kreisgebiet, kamen immer wieder auf Motorrad- oder Schleppertreffen zusammen. Dabei entstand die Idee, sich zu einer Interessengemeinschaft zusammenzuschließen und selbst ein Treffen zu organisieren. „Mit umwerfendem Erfolg“, stellten Jörg Leinhos und Reiner Müller mit ihren gleichgesinnten Freunden erfreut fest. Mit so einer Resonanz habe man nicht gerechnet. Auch Inka Sollmann, Bürgermeisterin von Merkers-Kieselbach, erwies den Initiatoren ihre Reverenz und belohnte deren Mühe mit 150 Euro. Nicht zuletzt war der große Erfolg einer guten Organisation zu verdanken. (Text: Monika Gebhardt)

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